Wir, mein Mann Jan und ich, wollten  nach erfolgreicher Familiengründung auch gerne einen Hund haben, das gehört nun mal  zu einer glücklichen Familie dazu, war unsere Meinung. Unsere Wahl fiel auf einen Neufundländer. Aber das Schicksal wollte es anders.  In der hiesigen Tageszeitung fanden wir eine Annonce, „Leonberger zu verkaufen“.

Leonberger...hmmm..was ist das für eine Rasse?

Wir flitzten also in die Bücherei und machten uns schlau. So weit, so gut. Ein Termin zur Leo- Besichtigung war schnell gemacht. Wir packten also unsere zwei Kinder ein und machten uns auf den Weg.

Eine Menge Welpen balgten dort herum. Es gab auch zwei erwachsene Leonberger. Julia (3) und Nick (knapp 2), unsere Kinder, liefen ohne Scheu zwischen den Hunden herum und wurden sofort akzeptiert. Das fanden wir ganz toll.

So hatten wir uns das vorgestellt.

Aber oh weh. Die eine Hündin hatte tolles Fell und war recht imposant. Die Mutter der Welpen hingegen hatte kaum Fell, keine Hosen. Sogar mir als Laie fiel das auf. Dachte ich doch...Mensch...wie sieht denn der arme Hund aus? Gehts dem vielleicht nicht gut? Aber dann hat die Züchterin uns erklärt, das es völlig normal ist, das wird durch die Hormonumstellung verursacht, wenn die Welpen nicht mehr gesäugt werden. Was ich damals natürlich noch nicht ahnte, dass ich eines Tages die gleiche Erfahrung machen würde.

 

Denn: Chiwa Löwe vom Kleebach wurde die Stammmutter meiner Zucht!

./a-wurf.htm

Das war im Frühling 1989...der Leonberger Virus war gepflanzt!

 

Sie schenkte mir zwei wunderbare Würfe. Sie war eine tolle Mutter. Und nicht nur eine tolle Mutter. Ein prima Spielkamerad für meine Kinder. Sie waren noch so klein, zwei und drei Jahre alt. Chiwa war so fürsorglich mit ihnen. Bis auf Grillwürstchen in der Hand der Kinder, die waren eben doch zu verlockend  ;-), da konnte sie einfach nicht widerstehen. 

Ich habe nie wieder einen Hund mit einem solchen „Sturkopp“ und so einem Selbstbewusstsein besessen. Keine wie sie konnte das Bein heben ;-) und anschliessend auch noch rückwärts scharren.

Es war einfach nur genial anzusehen wie sie mit ihrem Sohn Argus, wenn er zu Besuch war, die Regierung über unser kleines Rudel teilte. Nun weilt sie mittlerweile schon einige Jahre im Hundehimmel. Sie starb mit neun Jahren an Gesäugekrebs.  Aber ich glaube fest daran, dass sie mit ihrem Sohn Argus an ihrer Seite alle Hunde aus unserer Familie empfängt und ins Himmelsrudel aufnimmt. Ein tröstlicher Gedanke. Sie ist ein würdiges Empfangskommando. Schon so lange ist sie nicht mehr bei uns...aber wir denken oft an sie und vermissen sie noch immer.

 

Da Einzelkinder gerne Geschwister haben ... die meisten jedenfalls ;-) , dachten wir damals, es wäre gut wenn unsere Chiwa auch eine Gefährtin haben würde. Wir hätten zwar gerne einen Rüden gehabt, aber das erschien uns doch zu schwierig. Zwei kleine Kinder und dann womöglich einen liebeskranken Rüden den man von seiner Liebsten trennen muss? Damit wären wir sicher überfordert. Also ein zweites Mädel. Unsere Züchterin plante dann für Herbst einen Wurf und wir liessen uns vormerken. Die Vorfreude war gross. Es war so aufregend, alles von Anfang an mit zu erleben. So viele Gedanken haben wir uns gemacht …..wie soll sie denn heissen, die Kleine und wie machen wir es hier zu Hause. Wird Chiwa sie akzeptieren?

 

Dann wurde Evita Löwe von Osning läufig und die Hundehochzeit stand an. Ich war eingeladen. Aber der Bräutigam, Arko von Hombrechen, wollte nicht so recht. Trotz aller Hilfe und Anspornung....er wollte nicht :-(. Frau Hake fuhr dann nach Holland und liess Evita von Rosaceae Amaranthus decken.  Am 4ten Dez. 1989 war es dann soweit.  Die Geburt stand bevor...ich durfte helfen. Man, man , man ...war ich aufgeregt.

 

Und dann sah ich unsere Darinka zum ersten mal.......

 

.....war die schööööön.......das schönste Leobaby was ich je gesehen hatte.....( ich hatte ja so klein noch nie eines gesehen..lacht).  So oft ich durfte, habe ich sie dann besucht...und ich besuchte sie……oft :-)  Der armen Züchterin bin ich sicher schwer auf die Nerven gegangen. Im Februar zog sie dann bei uns ein. Es war wunderschön.

Darinka entwickelte sich schnell zu einer recht hübschen Hündin. Der Ehrgeiz erwachte und wir gingen viel zu Ausstellungen. Sie hatte viel Erfolg. Aber sie war nicht nur schön, nein, sie war auch sehr gelehrig. Sie hat schon in ganz jungen Jahren die BH Prüfung absolviert. In Leonberg sogar mal den ersten Platz im Begleithundepokalkampf nur um einen Punkt verpasst. Sie war ein prima Wachhund. Liess niemanden ans Auto oder in den Garten. Beschützte die Kinder und ihr Rudel und wenn wir mit dem Wohnwagen unterwegs waren, wurde auch der bewacht. Sicher kann sich der eine oder andere noch daran erinnern, wenn wir mit Kind und Kegel auf Ausstellungen gefahren sins. Jeder durfte nicht herein . ;-)

Wir wollten dann auch gerne Welpen von ihr haben, was uns aber leider nicht vergönnt war. Der erste Wurf, mit Arko von Haus Voerde, war ein Kaiserschnitt und keiner der Welpen überlebte. Auch beim zweiten Wurf , verpaart mit Sir Noldor Aban von Pelgrims Ring, sollte es nicht sein. Darinka bekam am 56ten Tag der Trächtigkeit eine ganz massive Mastitis. Wieder musste ein Kaiserschnitt gemacht werden um das Leben meiner geliebten Darinka zu retten. Die 13 Welpen haben nicht überlebt. Danach habe ich es nie wieder mit ihr versucht. Aber sie hat uns sehr viel Freude gemacht. Sie hat geholfen Chiwas Welpen gross zu ziehen und auch als Xally dann zu uns kam, hat sie geholfen sie zu erziehen und auch den Kindern von Xally war sie eine gestrenge aber gerechte Tante. Bis sie dann leider durch eine Magendrehung ihr Leben viel zu früh verlor.

 

Nein...züchten ist nicht immer schön :-(

 

 

Ab Ende 1994 verstärkte dann Xally Bayana Lady of Pelgrims Ring unser Rudel. Wir haben sie in Holland geholt, bei Wanda Oud.

Sie sollte für den Fortbestand unserer Zucht sorgen. Xally war unser Seelchen. Sehr anschmiegsam, leicht zu führen aber sehr skeptisch zu Fremden und total verliebt in Argus Löwe von Roemryke Berge, ein Sohn von Chiwa, der oft zu Gast bei uns war, achwas Gast…er hatte hier seinen zweiten Wohnsitz ;-)

Sie schenkte uns 2 Würfe. Der erste mit 13 lebenden Welpen. Das war sensationell. Ein toller Wurf. Grosse kräftige Welpen die Haus und Hof belagert haben. An den Wochenenden war hier das reinste Volksfest, wenn alle Welpenkäufer kamen. Man brachte Omas, Opas, Freunde, Nachbarn mit. Motto:  DAS musst du gesehen haben….

Unterhalb der Woche haben wir schon Eimer mit Wasser eingefroren die dann am Samstag in ein Becken mit Wasser kamen, damit wir die Getränke kalt bekamen. Kuchen wurde vorgebacken. Der dann auf einen Tisch mit der Kaffeemaschine plaziert wurde und für´s leibliche Wohl sorgte. Die Kinder rutschten und schaukelten was das Zeug hielt…lutschten Wassereis und hatten viel Spass. Es war eine tolle Zeit, die ich sicher niemals vergessen werde. Anstrengend, aber wirklich toll.

Der zweite Wurf erfüllte dann Xally´s Träume. Sie durfte "Gustl" ( Argus) heiraten. Es war ein Traumdeckakt. Während des hängens wurden Küsse getauscht und Liebespfeile flogen durch die Luft. Sowas habe ich in der Form nie wieder erleben dürfen. Bei der Geburt war Gustl mit Frauchen auch anwesend. Aber ein richtig guter Geburtshelfer war er nicht ;-)

Als Xally neun wurde, hatte sie hinten rechts eine schlimme Lähmung die wir aber mit  Medikamenten wieder ganz gut in den Griff bekamen. Als es fast gut war, bekam sie das gleiche auf der linken Seite. Die rechte Seite hatte sich aber noch nicht so stabilisiert, dass sie das Gewicht tragen konnte. Also konnte sie gar nicht mehr laufen. Ich habe noch versucht sie zu unterstützen indem ich einen langen Schal um ihre Lenden geschlungen habe um ihr Gewicht abzufangen, aber sie gab auf. Der Lebenswille war erloschen. Das Gehirn funktionierte noch tadellos, so dass sie mitbekam, wenn sie unter sich machte. Das wollte ich ihr nicht antun, denn das war ihrer nicht würdig. Man konnte ihr ansehen, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, wenn wieder einmal ein Malheur passierte. Obwohl ich sie tröstete…es war traurig. Sie ist dann im Kreise ihres Menschen- und Hunderudels eingeschlafen. Aber sie hinterliess mir zwei wunderbare Töchter. Danke Xally!

 

Als Verstärkung kauften wir zwischenzeitlich A Sante´ Jomi vom Schwelmetal dazu.

Wir verpaarten sie mit Windur Stormur the Viking. Das war eine grosse Liebe. Es war meine erste Hündin die regelrecht Spass am decken hatte. Sante sorgte für viel Aufregung. Am 56ten Tag der Trächtigkeit kam mein Mann am Abend von der Abendrunde wieder rein und sagte: schau mal was ich hier habe! Er hielt seine Jacke ein wenig zusammengewickelt und sagte: sieh mal...ein kleiner Welpe. Ich meinte noch lachend...ja klar, veräppeln kann ich mich alleine. Aber es war eine Tatsache...ein Welpe, im Schnee geboren...viel zu früh. Anschliessend verlor Sante´sehr viel schwarzes Blut. Sie war völlig verstört und wollte sich nur noch verstecken. Wir holten sofort den Tierarzt und er riet zum sofortigen Kaiserschnitt. Es waren 14 Welpen. Zusätzlich waren drei leere Fruchthüllen, wobei diese nur mit Flüssigkeit gefüllt waren. Leider überlebten nur zwei. Unser Detlev und die kleine Dotty! Das war nicht einfach....Dotty haben wir dann im Alter von 10 Tagen, am Heiligabend doch noch gehen lassen müssen. Die Organe waren  wohl noch nicht so gut entwickelt. Die Verdauung wollte einfach nicht ordentlich funktionieren. Wir waren sehr traurig. Alle wollten helfen das Baby zu putzen. Damit der kleine Mann nicht alleine aufwachsen musste, habe ich zwei Mischlingswelpen im gleichen Alter und gleicher Grösse aus Österreich kommen lassen. Es war keine gute Idee. Wenn auch Grösse und Alter passten, es waren völlig unterschiedliche Charaktere. Sie waren viel agiler und viel beweglicher als unser kleiner Detti. Sie spielten mehr zu zweit miteinander, als zu dritt. Also keine gute Entscheidung, aber ich wollte nur das Beste. Sante´konnte leider nicht bei uns bleiben. Sie sorgte für Dauerstress in unserem Rudel. Stiftete häufig Streit. Biss meine alte Hündin. Biss Nachbarn. Wir haben sie dann mit Hilfe des Züchters an eine Familie vermittelt, wo sie alleine lebte. Das ging dann besser.

 

Von Xally behielt ich zwei Töchter: Catana und Chiara mia

Unsere Chiara mia bekam nur einen Wurf. Unseren G Wurf

Chiaras Mann wohnte in Bayern. Ein schöner roter Rüde. Sie erwartete ihre Welpen Pfingsten. Leider ging es nicht so voran wie wir uns das gewünscht haben. Die Wehen wurden immer schwächer. Mein Tierazt war nicht zu erreichen. Er war im Urlaub. Also ab nach Duisburg in die Klinik. Dort wurde sofort ein Kaiserschnitt gemacht. Am Ende blieb nur ein kleiner Rüde über. Goethe! Ich habe mir die acht toten Welpen angesehen. Es waren wunderschöne gleichmässige sehr kräftige Welpen. Die Zungen waren blau. Warum sie nicht lebensfähig waren? Keine Ahnung. Als wir in der Klinik ankamen, habe ich deutlich jede Menge Leben noch spüren können. Ich möchte hier keine Vermutungen äussern. Denn auch der kleine Goethe, der mir als "fit" übergeben wurde, war sehr sehr schlapp. Konnte nicht richtig trinken. Ich habe ihn dann aufgepäppelt,bis er soweit war, selbsständig bei Mama trinken zu können. Goethe wurde der kleine Prinz im Haus. Alle haben ihn verwöhnt. Sein bester Freund war Karl Heinz, unser weisser Angora Kater. Sie machten alles zusammen. Schlafen, fressen, schmusen, spielen......Ich habe dann auch dieses mal keine anderen Welpen dazu gepackt. Als ausgewachsener Rüde, war er noch ganz wild auf alles was klein und weiss war :-)

 

Catana war eine grosse kapitale Hündin. Sie schenkte mir zwei Würfe. Ihre Partner wählte ich für den F Wurf einen Franzosen und für den H Wurf einen Belgischen Rüden.Sie war , als Chiwa und  Darinka nicht mehr lebten, unser Rudelchef. Sie hielt alles zusammen ohne aggresiv zu sein. Sie war einfach nur Chef. Ihr zweiter Wurf war klein, nur drei Welpen. Leider musste ich mit knapp vier Wochen die kleine Helena einschläfern. Sie hatte eine Aussackung an der Speiseröhre. Feste Nahrung blieb in dieser Aussackung hängen und verstopfte dann die Speiseröhre bis der Hund sich dann erbrechen musste. Ich hab sie in der Uniklinik in Giessen gründlichst untersuchen lassen. Mit Kontrastmittel konnte man das sehen, wo sich die Nahrung staute. Auch eine zweite Meinung sagte uns, es wäre nicht heilbar. Also liess ich sie schweren Herzens gehen. Catana ist ihr nach ein paar Tagen gefolgt. Sie hatte einen Tumor an der Nase. Sie stach sich einmal an einem Igel. Zuerst heilte die Wunde ganz gut, bis auf einen kleinen Pigmentverlust. Aber nach der Bedeckung wuchs plötzlich ein Tumor. Er wurde schnell grösser und blutete  stark. Ich wollte das operieren lassen, sobald die Babys selbstständig Verdauung hatten, und Catana nicht mehr putzen musste. Leider wurde bei dieser Untersuchung dann festgestellt, das sich lange Kanäle über die ganze Gesichtshälfte gezogen hatten. Wenn man sie alle weggeschnitten hätte, hätte man die ganze Gesichtshälfte wegschneiden müssen und sie hätte nicht mehr richtig fressen können. Danach hatte ich dann die Nase erst mal voll vom züchten. Kurz darauf starb dann auch mein Mann und das Thema hatte sich für mich erledigt.

 

Viel Zeit ist seither vergangen, seit ich meinen letzten Wurf haben durfte. Inzwischen ist mein Mann Jan verstorben und für mich alleine war es einfach zu schwierig weiter zu züchten.

Aber wenn der Virus einmal in dir drin ist.........

Mitlerweile habe ich einen Rüden, Illak Löwe von Kleebach, heute 6 Jahre alt.

Ich habe ihn erfolgreich als Deckrüden einsetzen dürfen. Er ist Vater von zahlreichen Welpen.

Aber wie ich schon schrieb, wenn einmal der Virus " Leonberger" gepflanzt ist, der Wunsch, wieder einmal einen Wurf aufziehen zu können, wird immer grösser.

 

Weil ich alleine lebe, kann ich ich mir natürlich nicht so viele Hunde halten, wie ich das gerne möchte. Daher habe ich eine wunderschöne Hündin in Partnerschaft mit einem guten Freund angeschafft. Sie lebt nicht bei mir.
 

 

 und wenn alles gut geht, wird Avianka Löwe vom alten Stollen dieses Jahr gedeckt werden, und da ich eine Zuchtbeteiligung habe, werde ich höchstwahrscheinlich wieder einen Welpen  haben.

Ich freu mich schon sehr und hoffe, das Avianka tragend wird und eine hübsche Hündin dabei sein wird.

Besonders freut es mich, das Avianka eine Nichte von meinem geliebten Illak ( Rufname Kalli) ist.

 

 

Seit ein paar Tagen lebt die kleine Tasha of Wa- Le, gerufen Lillemy bei uns.

Sie stammt aus Norgwegen aus dem Zwinger Løveriket. Sie wird der nächste Grundstein sein für meine Zucht.

Es sind seltene Linien. Ich habe diesen Schritt gemacht, weil ich gerne frisches Blut in meine Zucht einbringen will.

Jetzt heisst es Daumen drücken, das alles so klappt wie ich mir das erträume und vorstelle. Sie hat eine eigene Seite hier auf der Page,

wo man sich über ihre Abstammung informieren kann. (04.07.2014)

 

 

Nach und nach werde ich hier berichten was in meiner Zucht geschehen wird.........

 

 

 

 

Fortsetzung folgt

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